Russenfriedhof

Am Baggerloch 2

Der Russenfriedhof - Ehrenfriedhof.

Zu Zeiten des 1. Weltkrieges mussten die Gefangenen auf einem Sandhügel (zwischen "Auf den Wellen" und "Franzosenweg") einen Friedhof anlegen. Ein strenger Winter (Steckrübenwinter) und damit verbunden eine Hungersnot sorgten in den Kriegsjahren 1916/17 im Kriegsgefangenenlager für 750 Tote. Im 2. Weltkrieg stieg die Zahl der Bestatteten um weitere 14.
Für uns Kinder war der Friedhof immer ein unheimlicher Park, eine Kulisse, die aus einem Gruselfilm entsprungen schien. Wir mussten auch immer ganz still sein, wenn wir auf den Friedhof mit unseren Eltern waren. Ende der 50er Jahre standen dort meterhohe Tannen und auf Betonkreuzen versuchte ich die für uns unleserlichen und unaussprechlichen Namen zu entziffern. Wenn ich dann den Wind in den Tannenwipfeln hörte, meinte ich, die Toten klagten mir ihr Leid. Einmal fiel mir ein Tannenzapfen auf den Kopf, da bekam ich es mit der Angst zu tun, denn die Toten bewarfen mich!

Im Jahre 1966 wurde der Silbersee III erweitert und der Russenfriedhof musste weichen. Er wurde am helllichten Tag nach Dernekamp verlegt. Als wir Kinder von der Schule kamen und wie üblich die Abkürzung über den Friedhof nahmen, gruben gerade einige Leute Skelette aus. Irgendwie organisierte ein Nachbarsjunge einen Totenschädel, der dann noch jahrelang in der Heide lag. Das große Ehrenmal, das vielen Besuchern als Fotokulisse diente, wurde leider gesprengt.